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Random May 2016

  • IMG_20160507_164327Sohn1 fährt zum ersten Mal auf Klassenfahrt und ist zwei Nächte mit seiner ersten Klasse unterwegs. Wir sind hin- und hergerissen, freuen uns und vermissen ihn. (Er kam übrigens ausgesprochen dreckig und strahlend nach Hause, hat drei Frösche gefunden, geritten und im Wald gespielt.)
  • Die Kinder haben es in diesem Monat auf vier Konzerte geschafft und es war ein Riesenerfolg. Fazit: Geht mit euren Kindern auf Konzerte, mehr dazu hier.
  • Wenn man alleine zu Hause sitzt, während die Kinder ein Konzert besuchen, dann bekommt man einen ganz guten Vorgeschmack auf die Pubertät.
  • Muttertag haben wir – wie immer – nicht gefeiert.
  • Sohn3 windet sich wie ein Aal, robbt und wiegt 10 Kilo – das Eltern-Fitnessprogramm geht weiter.
  • Sohn2 redet immer noch begeistert von seiner “Piratsphäre.”
  • Sohn3 isst seine erste Erdbeere und sein Gesichtsausdruck ist Gold wert – danach merke ich erst wieder bewusst, wie wahnsinnig superlecker Erdbeeren sind.
  • Sohn2 hat plötzlich Angst im Dunkeln. Wir fragen ihn, wovor er sich fürchtet und er antwortet: “Ich habe so Angst, dass meine Ohren so groß wie Eselsohren werden.”
  • Sohn1 balanciert vor der Schule stolz sein Kuscheltier auf dem Kopf – bis es im Klo landet.
  • Ich habe eine Lesung moderiert und das Baby hat es ohne mich gut ausgehalten, was vielleicht daran liegt, dass sein Vater nachts das milchhungrige Kind mit Youtube Videos von Riverdance abgelenkt hat. Wenn er später mal Stepptänzer wird, dann wisst ihr warum.
  • Ich höre die großen Kinder im Wohnzimmer miteinander sprechen. Sohn 1 jammert über seinen Wackelzahn und sein Bruder schlägt ihm liebevoll vor, dass er ihm doch den Zahn mit einem Hammer rausschlagen könnte.
  • Wir haben Besuch von lieben Freunden mit Baby und mir fällt wieder auf, wieviel einfacher es ist mit einer Gruppe von Erwachsenen und Kindern gemeinsam durch den Tag zu gehen. (Dazu mehr auch hier)
  • Ich lese gerade “No Contest” von Alfie Kohn, eine sehr spannende Auseinandersetzung mit Wettkampf und Konkurrenz und wie dadurch unser Zusammenleben vergiftet wird. Mir fällt nun noch mehr auf, dass man mit Kindern oft das Wettkampf-Faß aufmacht und es stört mich immer mehr.
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Ein Plädoyer dafür Kinder zu Konzerten mitzunehmen

upsweepIch habe das große Glück, dass mein Arbeitsplatz ein sehr großes Festival nordeuropäischer Kunst und Kultur mitverantwortet, denn dadurch habe ich jedes Jahr das Gelegenheit mit meinem Festivalpass über eine Woche lang verschiedenste Veranstaltungen zu besuchen und mich auf ganz viel Neues und Spannendes einzulassen. Ich versuche jedes Jahr auch Konzerte zu finden zu denen ich meine Kinder mitnehmen kann. Dabei suche ich nicht nach Ereignissen die inhaltlich auf Kinder ausgerichtet sind, sondern wähle vor Allem Veranstaltungen, die zu (relativ) kinderfreundlichen Zeiten stattfinden. So waren meine großen Kinder in den letzten Jahren auf einem schwedischen Chorkonzert, bei einer norwegischen Veteranen-Blaskapelle, isländischem Vokal-Jazz, diversen Konzerten mit klassischer Musik, bei norwegischen Volksmusikgruppen, schwedischer Balkanmusik und bei dem fulminanten Konzert einer isländischen post-rock Band (in einer Kirche).

In Island habe ich oft Kinder bei Konzerten aller Art gesehen und Gehörschutz-Kopfhörer gehören zum Haushalt der meisten unserer isländischen Freunde – vielleicht weil so viele Isländer Musik machen und es ihnen unsinnig erscheint ihre Kinder von den eigenen Konzerten auszuschließen und weil die isländische Gesellschaft insgesamt mehr daran gewöhnt zu sein scheint, dass Kinder am Leben teilhaben. Ich habe das Gefühl, dass sich viele deutsche Familien nicht trauen ihre Kinder auf Konzerte mitzunehmen, zumindest sehe ich selten Kinder bei Musikveranstaltungen, die sich nicht explizit an Kinder richten. Damit will ich nicht sagen, dass ich Kinderkonzerte oder Bands, die explizit Musik für Kinder machen, unnötig finde – tatsächlich finde ich es wichtig, dass auch ganz speziell für eine kindliche Zielgruppe Kultur gemacht wird. Dennoch glaube ich, dass es das Leben meiner Kinder bereichert zu Konzerten zu gehen, die eine ästhetische Herausforderung darstellen oder ganz neue Eindrücke bieten, ganz jenseits von der Musik, die wir bei uns zu Hause hören. Ich habe momentan das Gefühl, dass in Deutschland verstärkt eine grundsätzliche Abwesenheit von Kindern im öffentlichen Raum gewünscht wird (z.B. hier, hier und eine kritische Position dazu hier) und durch die fehlende Anwesenheit von Kindern, beispielsweise bei Konzerten und Kulturveranstaltungen, viele Zuschauer an Kinder überhaupt nicht mehr gewöhnt sind. Dabei sollten Kinder genau wie Erwachsene die Chance haben mit einer Vielfalt von Kulturereignissen in Berührung zu kommen. Womit ich übrigens nicht meine, dass man ein weinendes Kind durch einen Abend von Zwölftonmusik schleifen sollte, aber gleichzeitig sollten Kinder auch aus Angst der Eltern vor skeptischen Blicken aus dem erwachsenen Publikum nicht zu Hause bleiben müssen.

Gestern war ich wieder mit meinen beiden großen Söhnen in einem Konzert und es war für uns alle ein ausgesprochen interessantes Erlebnis: Die norwegische Vokalgruppe Song Circus sang in der Greifswalder Marienkirche. An diesem Abend wurden zwei zeitgenössische Kompositionen aufgeführt: das Stück “Transit” und “Upsweep-Whistle-Bloop“. Besonders das zweite Werk wurde von meinen Jungen gespannt erwartet, sollte es doch von unerklärlichen Unterwassergeräuschen inspiriert sein, die von dem Lauschsystem SOSUS aufgefangen wurden. Wir saßen also gespannt zu dritt in der Kirche, wie immer in der Nähe des Ausgangs (Stichwort: Exit-Strategie), denn ich möchte zwar meinen Kindern neue Erfahrungen ermöglichen, im Fall der Fälle aber auch den anderen Zuschauern nicht den Konzertabend verderben. (Wir mussten übrigens noch nie aus einem Konzert verfrüht hinausgehen, bis jetzt hat es immer prima geklappt.) Der erste Teil des Konzerts hat uns gleich in eine Welt von Tönen gesogen, die in der speziellen Akustik der Kapelle eine wunderbar meditative Wirkung entfalteten. Mein 4-Jähriger hat die einen großen Teil des Konzerts mit offenem Mund gelauscht und sich gegen Ende auf meinem Schoß eingekuschelt und ein wenig geschlafen. Der 6-Jährige hat eifrig zugehört und sich sehr genau die Sängerinnen angeschaut, die sich im Raum bewegten und dadurch das Klangerlebnis permanent veränderten.

Der zweite Teil des Konzertes war für die Jungen sehr überraschend und beide konnten gar nicht glauben, dass es den Sängerinnen wirklich gelang solche faszinierenden Knarz- und Rauschtöne zu machen. Die Sängerinnen nutzten in weiten Teilen ihre Atmung um die Messgeräusche nachzumachen, was den 4-Jährigen wiederholt dazu brachte mir aufgeregt ins Ohr zu flüstern, ob das Knarzende Eisberge seien. Es war zeitweilig sehr leise und man musste bewusst zuhören, um die Töne der Sängerinnen wahrzunehmen. Ich war deswegen zeitweilig etwas angespannt, weil die meisten Kinder besonders gerne stille Räume mit eigenen Tönen füllen, was für einige wohl der Grund ist, Kinder am liebsten präventiv von Kulturereignissen auszuschließen. Meine zwei Jungs saßen jedoch eine halbe Stunde gespannt auf der kalten Kirchenbank und beobachteten die Sängerinnen.

Als wir nach dem Konzert nach Hause gingen, waren die beiden sich einig, dass der zweite Teil – den ich als sehr herausfordernd und anspruchsvoll empfunden hatte – ihnen am Besten gefallen hatte. Ich war froh, dass ich meine Kinder wieder mit in ein an Erwachsene gerichtetes Konzert genommen habe und sie die Gelegenheit bekommen haben sich auf etwas ganz Neues und Fremdes einzulassen, was ihnen – im Gegenzug zu der kleinen Zahl an Zuschauern, die im zweiten Teil das Konzert verführt verließen – auch ziemlich gut gelungen ist.

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Random April 2016

  • IMG_20160403_111004Ich schaffe es endlich mehr über feministische Ökonomie zu lesen! (Buchtip im Bild!)
  • Das Baby bekommt seine ersten Zähne und beisst sich freudig durch die Welt.
  • Sohn2 steckt sich eine Holz-Nudelzange in den Hosenbund und spielt enthusiastisch Robo-Weißkopfadler.
  • Krank sein mit Kindern ist wirklich kein Vergnügen – Man verdrängt es und alle paar Monate wird es einem dafür um so heftiger ins Gesicht geklatscht.
  • Die Tage sind vollgestopft und anstrengend und trotzdem schaue ich manchmal, wenn alle Kinder schlafen und es ruhig geworden ist, ganz allein Kinderfotos von den Dreien an.
  • Die #Panamapapers führen zu vielen wütenden Minuten vor dem Computer icelandund plötzlich fühlt sich Island ganz nah und ganz weit zugleich an. Das Video des isländischen Premiers, als er nach seinen Offshore-Konten gefragt wird, ist das personifizierte Fremdschämen!
  • Warum wird eigentlich die Einwohnerzahl Islands in deutschen Medien immer mit Bielefeld verglichen, ist das schon passiv-aggressiv oder nur sonderbar?
  • Alltag mit Baby ist wie ganz viel anstrengender Sport mit ausschließlich rückenfeindlichen Geräten.
  • Einer meiner schwedischen Lieblingsschriftsteller Lars Gustafsson ist gestorben.
  • Kinder haben: Entweder man versucht sie zum Schlafen zu bringen oder man versucht verzweifelt sie vom Schlafen abzuhalten.
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  • Mit dem Löffel im April wundervoll dicke Schneeflocken fangen und sie dem erstaunten Baby zeigen.
  • Sohn2 flüstert dem Baby ins Ohr: “Du bist Anakin und wenn du groß wirst, dann bist du Darth Vader!”
  • Ragnar Kjartansson ist super und ihr solltet ihn alle kennen.
  • Das Baby kann sich 45 Minuten lang einen Holzlöffel angucken – Achtsamkeit in Reinform.
  • Wenn man am Wochenende mit dem Satz geweckt wird: “Cool Mama, wir basteln Autos aus Müll.”, sollte man sich keinesfalls wieder umdrehen und weiterschlafen.
  • Das Baby hat jetzt eine Haarlocke wie Tintin – herzallerliebst.
  • Wir hatten unseren ersten Zahnunfall, es war eklig und blutig, aber der Milchzahn ist noch drin. Da wir das so gut gemeistert haben, hatten wir nur wenige Tage später gleich den zweiten Zahnunfall, diesmal mit ordentlich abgeplatztem Zahnschmelz am Milchzahn. Die Woche drauf verlor dann Sohn1 einen Zahn auf dem Marktplatz, er blieb in einer Zuckerschlange stecken – ich fand es einigermaßen cool, wie er ganz elegant einen großen Schwall Blut mitten auf dem Platz auf den Boden gerotzt hat.
  • Ich habe es geschafft Sohn1 und Sohn2 zu duschen und parallel das Baby zum Schlafen zu bringen – manchmal wünschte ich mir ein LevelUp Geräusch für meinen Alltag.
  • Sohn1 kommt mit blutendem Finger aus der Schule nach Hause, als ich ihn frage wie das passiert ist, sagt er beiläufig: “Ist beim Schach passiert.”
  • Der Vater hat dem Kind statt seiner Brotdose die Butterdose in die Schultasche gesteckt – seine Lehrerinnen lachen über uns.
  • Kleinen Kindern Nasentropfen zu geben ist ein Elternrodeo aus der Hölle.